29 November 2005

Alles fliesst


Manchmal denken wir, wir kennen alles.
Das alles klar sei.
Der Tag ist bewölkt, kalt, etwas Feuchtigkeit liegt in der Luft.
Simple, sogar ein kleines Kind sieht es, kann es vielleicht nicht aussprechen, falls es die Wörter noch nicht kennt, aber es fühlt es.
Es bedarf keines weiteren Gedankens, es ist einfach so.

So ziehst Du Dich dementsprechend an, erledigst das morgendliche Programm, bist auf dem Weg zur Arbeit, und erswischt Dich eine rote Ampel.

Und Du hebst die Augen gen Himmel und siehst Dir WIRKLICH die Wolken an und erkennst die unterschiedlichen Töne des Weißen, die Unterschiede in der Form und Dichte und dass...
sie sich bewegen.

Langsam, hättest Du sie nicht so vorsichtig angeschaut, hättest Du dem keine Bedeutung beigemessen.
Sie bewegen sich, sie gehen weiter, und auf Ihrem Weg ändern sie sich.
In Form und Beschaffenheit und in der Färbung.


Und manchmal werden sie so schwer, dass aus ihnen der Regen herausbricht.

Andere werden vom Wind aufgelöst.

Und die Reste, die nicht aufgelöst wurden, schweben weiter, immer in Bewegung. Reste anderer Wolken suchend.
Und manchmal entstehen so neue, größere Wolken.

Alles bewegt sich, alles ändert sich, alles verändert sich, alles fließt, "τα πάντα ρει"...

Es ist nichts, was wir den anderen und uns selbst in schwierigen Zeiten sagen, um Mut zu machen.

Das ist die Realität und ein Teil dessen sind wir.


PS. "τα πάντα ρει" hat zum erstem Mal Heraklit gesagt (Philosoph, Efessos, 535-475 v.C.)

PPS: Original Titel "Τα παντα ρει" vom 21. Oktober 2005